
In und um Kalundborg liegen viele kleine und große Herrensitze, Gutshöfe und Schlösser.
In Westseeland gibt es einen guten Lebensraum für Wild und darum sind die Herrensitze und Güter sehr attraktiv für Jagdgesellschaften. Darum kann es geschehen, dass u.a. die dänische Königsfamilie hier in der Jagdsaison zu Besuch kommt.
Die meisten Besitzungen sind privat, aber einzelne können besucht werden.
Kragerup Gods
Das Gut Kragerup kann bis 1327 zurückgeführt werden und ist seit 1801 im Besitz der Familie Dinesen. Das Haupthaus ist von 1801, die Seitenflügel von 1838 und 1840. Der Gewölbekeller, heute Restaurant, kann auf 1616 zurückdatiert werden, der Zeit von Reichskanzler Chr. Friis.
Birgitte Dinesen ist in der 8. Generation auf dem Gut. Sie ist es, die hier mit Bed and Breakfast begann. Am Anfang bereitete sie selbst das Essen zu, servierte, räumte auf, machte die Betten und war bei Abreise für die Bezahlung zuständig. Die Entwicklung ging sehr schnell und heute verfügt das Gut über 30 Zimmer. Sind Sie richtig mutig, ziehen Sie in das Zimmer Nr. 3 zur „Weißen Dame“. Sie ist eines der vielen Hausgespenster, die auf das alte Gut aufpassen.
Auf dem Kragerup Gods kann man nicht nur ein friedliches Wochenende in schöner Umgebung verleben, sondern auch Feste oder Konferenzen halten. Zum Gut gehören außerdem auch eine Landwirtschaft mit 900 ha Pflanzenbau, Wald, Mietshäuser, Jagd, Hochlandvieh, ein Straußenbestand sowie ein eigener Hofladen.
Lerchenborg Slot
Das Schloss Lerchenborg auf Asnæs wurde in den Jahren 1743-53 von General Christian Lerche gebaut. Die Gebäude sind von der Symmetrie des Barocks geprägt und wurden u.a. von Lerche selbst entworfen. Das Schloss ist eines der schönsten Beispiele barocker Baukunst in Nordeuropa. Es ist ein Ausbau eines schon vorher existierenden Hauses, Østrup Hovedgård, das noch immer im Hauptflügel des Schlosses steht. Auch der Park, der heute in seiner ursprünglichen Form zu sehen ist, wird vom Barockstil geprägt. Die Einrichtung des Schlosses hingegen ist im Rokokostil.
Lerchenborg Schloss ist eines der Herrensitze, die H. C. Andersen besuchte. Er wurde im Jahre 1862 für eine Woche eingeladen. Genau wie H. C. Andersen kann man ein paar Tage in der vornehmen Umgebung verbringen, denn das Schloss bietet Bed and Breakfast an.
Darüber hinaus ist das Schloss aber abgesehen von einigen speziellen Arrangements für die Öffentlichkeit geschlossen. Mehr Informationen erhalten Sie im Touristbüro.
Dragsholm Slot
Das Schloss von Dragsholm ist wahrscheinlich das älteste weltliche Schloss in Dänemark. Teile des Schlosses sind aus dem Jahre 1250 und eventuell von Absalon gebaut. Ursprünglich gehörte es zum Bistum Roskilde und wurde als Sommerresidenz für die Bischöfe genutzt. Nach der Reformation 1536 übernahm das Königshaus das Schloss.
Dragsholm Slot diente auch als Gefängnis. Der wohl bekannteste Gefangene war der Jarl of Bothwell, Ehemann der schottischen Königin Mary Stuart, der von 1573 bis zu seinem Tode einige Jahre später hier eingekerkert war.
Heute ist das Schloss im Besitz von Merete Bøttger und wird als Hotel und Restaurant sowie für Konferenzen genutzt. Außerdem gehören 187 ha Land mit eigener Landwirtschaft dazu.
Es besteht die Möglichkeit, eine Führung durch das Schloss zu machen.
Birkendegård
Der Herrensitz Birkendegård liegt in der Gemeinde Værslev und gehörte früher zum Bistum Roskilde (1363-1535). Später ging das Gut in königlichen Besitz über und wurde 1743 von Christian Lerche gekauft. Dadurch gehörte es, wie viele andere Herrensitze in der Region, zum Lerchenborg Schloss. Das jetzige Hauptgebäude stammt aus dem Jahre 1854, erbaut im holländischen Renaissancestil.
Heute befindet sich in dem Gebäude ein Museum, in dem man die landwirtschaftliche Entwicklung der letzten 50 Jahre verfolgen kann.
Selchausdal
Das Gut Selchausdal liegt am Tissø und hieß bis 1799 Gundetved. Christian Andreas Selchau änderte den Namen in Selchausdal.
Das jetzige Hauptgebäude stammt aus dem Jahre 1856, gebaut im holländischen Renaissancestil, und liegt auf einer quadratischen Renaissanceburganlage, umgeben von einem Wallgraben.
Es ist möglich, auf dem Gut Konferenzen abzuhalten.