Die alte Mittelalterstadt
Wir befinden uns am Ende des 12. Jhs. Hoch über dem Kalundborg Fjord sitzt einer der wichtigsten Männer seiner Zeit, der breitschultrige Esbern Snare – Absalons großer Bruder und Ziehbruder des dänischen Königs Valdemar – in seiner neu gebauten Burg.
Er kann den Anblick seiner großen Kriegsschiffflotte unten im gut beschützten Naturhafen – der Heeresbucht – genießen, und hat gleichzeitig einen guten Ausblick auf Feinde, die vom Meer her kommen. Gemeinsam mit den Burganlagen in Vordingborg, Nyborg, Korsør, Sprogø und København beschützt Esberns Burg in Kalundborg die Küsten gegen wendische Seeräuber.
Um Esbern Snares Burg herum wuchs die Stadt Kalundborg. Die Stadt bekam ihren Namen aufgrund der vielen Dohlen in der Gegend, die man damals „Kaa“ nannte. Kaa-lund bedeutet also „Dohlenwäldchen“. Die Dohlen gehören mit zum neuen Wahrzeichen der Stadt und man kann sie u.a. auch auf der Statue von Esbern Snare am Marktplatz in Kalundborg finden.
Esbern Snare wurde 1128 in Fjenneslev geboren. Er gehörte zum Hvide-Geschlecht, war der älteste Sohn von Asser Rig und Inger Eriksdatter und war Bruder von Absalon. Er bekam seinen Namen aufgrund seiner Entschlossenheit und war ein eifriger Krieger und Häuptling. Er schloss sich Valdemar dem 1. an, den er angeblich davor gerettet hatte, in die Hände des Feindes zu fallen, indem er diese auf eine falsche Spur lockte und den König nach Jütland brachte.
Esbern Snare nahm an vielen historischen Schlachten und Eroberungen teil, bevor er ca 1170 begann, die Burg Kalundborg zu bauen und schuf die Grundlage für den Bau der Vor Frue Kirke (Kirche zu Unserer Lieben Frau). Er bekam 3 Söhne und 2 Töchter: Jens, Absalon, Niels Mule, Ingeborg und Cecilie. Wahrscheinlich war es Ingeborg, die nach dem Tod Esbern Snares die Marienkirche bauen ließ. Esbern Snare starb 1204 auf dem Gut „Sæbygård“, angeblich nach einem Sturz von der Turmtreppe.
